Neues Bauen in der Stadt Burghausen mit Grünplanung – eine Chance für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Burghausen nimmt die Planung zur Bebauung des Kirschhalle Grundstücks zum Anlass, um einen Antrag zur Grünordnung in Burghausen zu stellen. Ziel ist es, in Abstimmung mit dem Umweltamt, eine naturnahe Gestaltung der Grünflächen festzulegen. Darüber hinaus sollten Maßnahmen für die Schwammstadt eingeplant werden. Mit einer nachhaltigen Grünplanung haben wir die Chance, Bedürfnisse von Flora und Fauna mit denen der Bürger*innen in Einklang zu bringen.

So konnte z.B. in München bei Nachverdichtungsmaßnahmen aufgezeigt werden, wie in der Planungsphase diese Punkte für den gesamten Bauablauf eingearbeitet werden können – eine Ausgleichsfläche am Stadtrand bringt für die betroffen Lebewesen keinen Ersatz – Aber eine fundierte Grünplanung für alle Bewohner*innen eine bessere Aufenthaltsqualität. (vhs Vortrag von Hr. Professor Weisser  – „Verdichtung, Grünanlagen, Sanierung und Neubau: Wie Kommunen den Tieren in der Stadt helfen können“)

Konkrete Vorschläge für das anstehende Bauprojekt in Burghausen sind zum Beispiel: Errichtung von Nisthilfen und einer artenreichen Bepflanzung, um neuen Lebensraum in unserer Stadt anzubieten und Artenvielfalt – hier besonders der Vögel – zu erhalten und zu fördern. Dies bedarf fachlicher Vorgaben von Seiten des Umweltamtes, um eine fundierte Planung zu gewährleisten.

Wenn ihr mehr zum Thema lernen möchtet: In der ARD Mediathek ist aktuell ein guter Film online „WG mit dem Wildtier, Neues Bauen in der Stadt“ Er dauert 45 min und zeigt u.a. realistisch die Probleme, die während der gesamten Planungs- und Bauphase auftreten können.
Link: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/erlebnis-erde/sendung/wg-mit-wildtier-neues-bauen-in-der-stadt-100.html

Und hier unser Antrag:


Antrag: Neues Bauen in der Stadt Burghausen – Grünordnung für Bebauungsplänen und Baulücken – Einbindung des Umweltamtes:

Bei neuen Baugebieten und Baulücken wird die bestehende Fläche durch das Umweltamt bewertet und Vorschläge für die Bebauungspläne eingearbeitet. Im Bauablauf werden folgende Punkte durch den Planer zusammen mit dem Umweltamt überprüft:

Fachleute werden zum Schutz und den Erhalt der Fauna in Innenstadtbereichen (z.B. Planung der Nisthilfen oder Rückzugshöhlen für Fledermäuse) hinzugezogen

·       schon während der Planung werden Nistplätze verbindlich eingeplant (Bestandteil des Bebauungsplans)

·       Rückzugsplätze für Kleinsäugetiere (z.B. Igel) werden in die Planunterlagen vorgesehen (Bestandteil des Bebauungsplans)

·       in dem Grünordnungsplan werden heimische Bäume und Sträucher vorgegeben, Altbestände des Baumbestandes – auch während des Baustellenbetriebes – gesichert.

·       (Intensive) Dachbegrünung bei Flachdächern und Blühwiesen (einmalige Mahd) werden im Grünordnungsplan vorgegeben.

·       das Umweltamt wird bei allen Planungsschritten zukünftiger Bebauungspläne und Bauüberwachungsmaßnahmen eingebunden und bei der Erarbeitung der Grünordnung beteiligt 

Schwammstadt

·        die Niederschläge werden orts- und naturnah (z.B. Teich, Gerinne usw) genutzt und/oder mit Zisternen als Ersatz für Trinkwasser im Außenbereich oder als Toilettenspülung verwendet.

·        nach Rücksprache mit dem städtischen Umweltamt werden die Bäume mit einem ausreichendem Stammdurchmesser gepflanzt

·        Fassadenbegrünung wird in Rückspräche mit dem Umweltamt umgesetzt

·       Schotter, Kies- und Steinflächen (im Sinne eines „Schottergartens“) sind nur an Magerstandorten mit entsprechender Bepflanzung erlaubt – reine Schotterflächen werden untersagt.

Antrag Einfriedung/Mauern

Bestehende Bausatzungen in Burghausen schreiben u.a. die Art und Höhe der Einfriedungen von Grundstücken vor. Bis sich im Stadtratsgremium abschließend eine Meinung zu diesem Thema gebildet hat, werden keine höheren Mauern oder Zäune mit Folien usw. von der Verwaltung genehmigt.

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